Ausgelesen, die Seiten zerfleddert, von so mancher Träne getränkt, liegst du vor mir. Natürlich hast du mich viel gekostet. Nein ich rede wohl kaum von den 15 Euro die ich für dich bezahlen musste...auch nicht von den 48 Zigaretten. Nein auch nicht die tausend Gedanken. Gepackt hast du mich am Lebenssinn. Ich sitze hier und überdenke Tage, Wochen, Monate gar Jahre. Wieso musstest du so grausam und lieb zugleich sein. Im ersten Moment warst du schon Labsaal und Qual in einem. Ich wollte dies nicht. Am ersten Tag lagst du in der Ecke. 5 Seiten ausgelesen und 12 Zigaretten. Mut verlässt mich. Sich dem eigenen Ich stellen, ja ich drück mich davor...Nun bin ich fertig. Ein Zug, in einem Zug hab ich dich gelesen und meine Lungen mit Nikotin zum Bersten gefüllt, um das Gewicht auf der Brust nicht zu spüren und was nun? Eine Flasche Wein wird meine Gedanken nur anregen. Ja, liebes Buch, du bist zu mir durchgedrungen.
Wieso versagen dabei immer nur die Menschen?
Das Leben ist ein viel zu großes Auf und Ab, als dass man es wortlos vorbeiziehen lassen kann. Hier soll das Ich im Vordergrund stehen. Ich werde Worte nehmen, sie formen, und versuchen meine Gedanken mit ihnen zu verdeutlichen. Diese Gedanken, Momente, Einfälle, Wünsche, werden manchmal kurz oder auch lang sein, aber letztlich soll dies eine Form der Verständigung sein. Meine Worte werden euer Ich entweder ansprechen oder auch nicht. Da der Ausgang ungewiss ist nenne ich es Spiel.
Montag, 9. Juli 2012
Sonntag, 1. Juli 2012
Letzte Nacht...
Wenn der Himmel sich entscheidet, all die Last abzuwerfen, die sich inmitten dieser riesigen Wattebauschwolken befindet, so verneige ich mich tief vor solch einer unbändigen Naturgewalt. Es liegt in der Natur des Menschen sich alles und jeden Untertan machen zu wollen. Gestern jedoch war es ganz still. Der Mensch verzog sich nach drinnen, in dem Glauben somit der zerstörerischen Kraft entkommen zu können. Doch nur weil die Geräuschkulisse an Krieg erinnert, heißt es noch lange nicht, dass dem Ganzen nicht eine tiefe Schönheit innewohnt.
Es war mal wieder mitten in der Nacht. Diesmal war ich nicht allein. Mit keinem Ziel. Denn du warst ja bereits neben mir. Verdammt ein Reim, das sollte wirklich keiner sein. Lange Rede, kurzer Sinn. Hand in Hand zogen wir durch die Straßen, gemustert von den Blicken der Nachtaktiven, immer weiter gen Reichstag. Meine Espadrilles wurden zur Behinderung, sie zerrissen von einem Augenblick auf den nächsten. Diese Tatsache rang uns beiden ein Lachen ab. Ich erinner mich genau. Wer hat schon mal barfuss vor dem Reichstag gestanden, im immer stärker werdenden Regen, wärmend an der Wärme des anderen, mit den Locken kämpfend, die immer mehr von dem Regen aufsaugten und dann dicke Tropfen hinabschickten, den Nacken und Rücken entlang. Doch auch wir suchten Schutz. Genau gegenüber vom Bundeskanzleramt zwischen den Säulen des Paul - Löbe Haus nahm ich dich in den Arm, während die Welt nicht, wie viele denken, über uns zusammenbrach sondern sich entfaltete. Ich sah dir dabei zu wie deine Finger im Himmel lange Blitze zogen, wie von Künstlerhand gezeichnet, groß, unregelmäßig, losgelöst von den Gesetzen der Ordnung. Wir staunten mehr als das wir verstanden. Zwei Kinder die dem großen Orchester der Natur zuhören. So ist das mit den großen unerwarteten Dingen im Leben. Wir brauchen einen Moment zum Realisieren. Realität braucht aber Bezug. Leider konnten wir keinen dieser Blitze einfangen, immer, wenn ich nach ihnen griff, entstand ein paar Zentimeter weiter ein noch größerer und hellerer. Sie kamen ebenso unerwartet, wie dieses Gefühl in mir. Es war einfach da. Ich kann es mir nicht erklären, aber ein Staunen verlangt keinerlei Erklärung. Das Schöne liegt in der Unwissenheit, die dieses Gefühl mit sich bringt.
Nur eine Frage habe ich an dich:
Nur eine Frage habe ich an dich:
Merkst du die Anspannung, die dich überfällt wenn es soeben geblitzt hat und du auf das Grollen wartest?
Samstag, 23. Juni 2012
Die schöne Seite eines fast schon vergessenen Gefühls
Verzehre dich nach Unbekanntem. Das Bekannte weckt seltener das Feuer der Leidenschaft. Wenn das Bekannte jedoch in dir einen lodernden Waldflächenbrand entfesselt, so bist du gnadenlos verloren. Halt wirst du nur bei dem Gefühl finden, dass irgendwo zwischen Kopf und Herz stecken bleibt und genährt werden will. Einem Virus ähnlich überfällt es deinen Körper. Der Virus, ein Fremdkörper, du lernst damit zu leben, dass du ständig an sie denken musst. Du wirst so manche Stunde noch damit verbringen. die Auswüchse solch tiefer Sehnsucht bekämpfen zu wollen. Jedes Gefühl hat seine Art der Sprache. Öffne nicht nur dein Herz, sondern auch dein Ohr. Nicht für dich, sondern für ein uns. Du willst mit ihr kommunizieren, aber jeglich Wort kann die Bedeutung deiner Leidenschaft nicht im Ganzen auffassen?
So gib dich hin.
Leidenschaft bedarf keiner Leitung, sie hat ein unerschöpfliches Eigenleben.
So gib dich hin.
Leidenschaft bedarf keiner Leitung, sie hat ein unerschöpfliches Eigenleben.
Donnerstag, 14. Juni 2012
Was geht nur immer in meinem Kopf so vor?
Pressekonferenz - Berlin Reinickendorf / 18:12
Liebes Internetvolk,
abgesehen davon, dass wir mittlerweile alle wissen, dass mit mir irgendwas nicht in Ordnung ist...
habe ich mich nun entschieden einer etwas gewagten Idee zu folgen und ebendiese in nächster Zeit in die tat umzusetzen. Sie wird mich viele Stunden kosten. Es werden sicherlich auch einige dabei zu Schaden kommen, andere widerum werden glänzen, und ich, ja, ich werde wahrscheinlich irgendwann die Geduld verlieren und alles nochmal umschreiben.
Ein Buch. Ein Buch, welches mit meinen Augen sieht, schmeckt, riecht, und lebt.
Was denkt ihr darüber?
Liebes Internetvolk,
abgesehen davon, dass wir mittlerweile alle wissen, dass mit mir irgendwas nicht in Ordnung ist...
habe ich mich nun entschieden einer etwas gewagten Idee zu folgen und ebendiese in nächster Zeit in die tat umzusetzen. Sie wird mich viele Stunden kosten. Es werden sicherlich auch einige dabei zu Schaden kommen, andere widerum werden glänzen, und ich, ja, ich werde wahrscheinlich irgendwann die Geduld verlieren und alles nochmal umschreiben.
Ein Buch. Ein Buch, welches mit meinen Augen sieht, schmeckt, riecht, und lebt.
Was denkt ihr darüber?
Mittwoch, 13. Juni 2012
Die Münze hat 2 Seiten. Der Mensch hat mehr.
Heimlich sitzt du da. Einer Salzsäule ähnlich, starr. Schaust kurz auf. Du musterst mich so eigenartig. Holst tief Luft. Schreibst du schon wieder? Ich kann zuschauen wie sich dein Atem senkt und deine Finger in der Dunkelheit über die Tastatur nur so huschen. Was schreibst du da? Es scheint dich zu erregen. Deine Brust hebt und senkt sich merklich schneller. Reg dich nicht auf. Bald ist das Gefühl vorbei. Letzter Satz wurde soeben vollendet. Ruhe kehrt in deiner Haltung ein. Dein Unterhemd ist mehr gräulich als weiß. Denk an die Zeit. Du vergisst sie allzu oft. In der Nacht fühlst du dich am wohlsten und deine Locken sind heute mal wieder allzu widerspenstig. Vielleicht einfach komplett kahl rasieren. Veränderung? Zu viel. Vielleicht mal ein wenig mehr schlafen? Deine Augenringe verschrecken mehr, als dass sie Mitleid erregen. Selbstmitleid. Eine ziemlich große Falle. Du jammerst gerne. Ich kenne dich, aber zu oft verkenn ich dich, nächtlicher Freund und Feind.
Das Spiegelbild geht nie schlafen.
Mittwoch, 6. Juni 2012
Die Romanze - eine kleine Illusion die große Krater hinterlässt.
Liebster Ivan der Vergangenheit,
wie dumm warst du nur zu glauben, dass diese Form des sich Nahekommens aufgehen könnte? Nun, ich will nicht, dass du dich jetzt in Selbstzweifeln verlierst, und dennoch musst du wohl einsehen, dass die Sache mit den Romanzen einen Haken hat, jedoch kein Haken von dem du dich lösen kannst, sondern vielmehr einer der Sorte bei denen du dich so sehr windest, dass du ausblutest. Die Idee hatte mir jedoch sehr gefallen. Keine feste Bindung, welche an keinerlei Konventionen gebunden ist, außer an denen der Leidenschaft. Leidenschaft, als Kern der körperlichen Annäherung und Katalysator der eigenen Gefühle. Eine für mich persönliche neue Art des gegenseitigen Entdeckens und Antastens. Die Romanze als Utopie von etwas neuem, erfrischenden, Grundbaustein einer neuen Beziehung, blendete mich viel zu lange, sodass ich immer wieder Versuche wagte, Versuche welche alle fehlschlugen und eine konsequente Resignation Frauen gegenüber nach sich zog, doch dies ist ein anderes Thema. Viel mehr eckte die Romanze dort an, wo ich es kaum für möglich hielt...Über kurz oder lang entwickelt einer von beiden für den anderen Gefühle, und das ist der bildliche Zusammenprall von Realität und Utopie. Der Punkt der in meiner Vorstellung einer Romanze jedoch von mir vernachlässigt wurde, ist die Zeit. Ein Paradigma, vor dem wir alle mal ganz gerne die Augen verschließen. Manch einer braucht länger Gefühle zu entwickeln, manch anderer kürzer. Aber, dass beide im selben Moment Gefühle entwickeln ist eine Seltenheit, wahrscheinlich kommt daher der Scheiss "Der Liebe auf den ersten Blick!"...Laut Hollywood´s Blockbustern müsste ich diesen "ersten Blick" an die 12837901823 Mal erleben. Irgendwie war ich anscheinend immer zur falschen Zeit, am falschen Ort...
Aber ich merke schon ich verliere mich. Zurück zum Haken. Nun bin ich an dem Punkt an dem sie mir sagt, dass sie Gefühle entwickelt hat. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, warten oder handeln. Ich habe immer gewartet, jedoch kam nichts. Es fehlte immer das kleine Quäntchen Besonderheit. Letztendlich wartete ich zu lange...zu viele Stunden, die vergingen während die unerwiderte Verliebtheit, die Welt gleich viel bedrohlicher machten. Ein ständiger Bruch mit sich selbst - zu wissen, dass man schlimmere Gefühle entstehen lassen kann, als der Tod es vermag.
Dennoch ist der Ivan von heute und der Ivan der Zukunft glücklich. "Du Unmensch" , würde man meinen wollen.
Liebste Grüße
dein Gewissen.
wie dumm warst du nur zu glauben, dass diese Form des sich Nahekommens aufgehen könnte? Nun, ich will nicht, dass du dich jetzt in Selbstzweifeln verlierst, und dennoch musst du wohl einsehen, dass die Sache mit den Romanzen einen Haken hat, jedoch kein Haken von dem du dich lösen kannst, sondern vielmehr einer der Sorte bei denen du dich so sehr windest, dass du ausblutest. Die Idee hatte mir jedoch sehr gefallen. Keine feste Bindung, welche an keinerlei Konventionen gebunden ist, außer an denen der Leidenschaft. Leidenschaft, als Kern der körperlichen Annäherung und Katalysator der eigenen Gefühle. Eine für mich persönliche neue Art des gegenseitigen Entdeckens und Antastens. Die Romanze als Utopie von etwas neuem, erfrischenden, Grundbaustein einer neuen Beziehung, blendete mich viel zu lange, sodass ich immer wieder Versuche wagte, Versuche welche alle fehlschlugen und eine konsequente Resignation Frauen gegenüber nach sich zog, doch dies ist ein anderes Thema. Viel mehr eckte die Romanze dort an, wo ich es kaum für möglich hielt...Über kurz oder lang entwickelt einer von beiden für den anderen Gefühle, und das ist der bildliche Zusammenprall von Realität und Utopie. Der Punkt der in meiner Vorstellung einer Romanze jedoch von mir vernachlässigt wurde, ist die Zeit. Ein Paradigma, vor dem wir alle mal ganz gerne die Augen verschließen. Manch einer braucht länger Gefühle zu entwickeln, manch anderer kürzer. Aber, dass beide im selben Moment Gefühle entwickeln ist eine Seltenheit, wahrscheinlich kommt daher der Scheiss "Der Liebe auf den ersten Blick!"...Laut Hollywood´s Blockbustern müsste ich diesen "ersten Blick" an die 12837901823 Mal erleben. Irgendwie war ich anscheinend immer zur falschen Zeit, am falschen Ort...
Aber ich merke schon ich verliere mich. Zurück zum Haken. Nun bin ich an dem Punkt an dem sie mir sagt, dass sie Gefühle entwickelt hat. Dann gibt es zwei Möglichkeiten, warten oder handeln. Ich habe immer gewartet, jedoch kam nichts. Es fehlte immer das kleine Quäntchen Besonderheit. Letztendlich wartete ich zu lange...zu viele Stunden, die vergingen während die unerwiderte Verliebtheit, die Welt gleich viel bedrohlicher machten. Ein ständiger Bruch mit sich selbst - zu wissen, dass man schlimmere Gefühle entstehen lassen kann, als der Tod es vermag.
Dennoch ist der Ivan von heute und der Ivan der Zukunft glücklich. "Du Unmensch" , würde man meinen wollen.
Liebste Grüße
dein Gewissen.
Donnerstag, 31. Mai 2012
Jedes Gebäude hat seine eigene Geschichte
Wenn ich nachts durch Berlin laufe, meine Schritte auf dem Asphalt kaum zu hören sind, denke ich an Zeiten zurück in denen mir diese Stadt riesig vorkam. Jedes Gebäude einem Monster ähnlich, am Anfang weiß, irgendwann nur noch grau, klar definiert, die Lichter in den Fenstern, Augen zum verwechseln ähnlich. Sie stoßen den Atem aus, aus einer Zeit in der ich noch nicht mal in Planung war, eine Zeit in der ich noch Kind sein durfte und keinerlei Aufmerksamkeit durch mein kindliches Gelächter auf mich zog. Als ich jedoch gestern Nacht am Hackeschen Markt vorbeilief und einfach nur grinsend dieses Eigenleben dieser Stadt in mich förmlich aufsog, blickten die Menschen um sich. Ein Ort der sonst niemand schläft, wirkte wie ein großes Gefängnis in dem jegliche Gefühlsregung als Verboten gilt. Das Ausatmen hinterließ ein Stechen in der Brust, der schmerzvolle Augenblick in dem ich begriff, dass ein Lachen, Fröhlichkeit bei Erwachsenen eher missbilligend betrachtet wird. Ein Zustand der mir unverständlich ist. Dabei erfüllten mich die Stunden mit dir mit solch einer tiefen Zufriedenheit, dass ich am liebsten ein jedem, der mir begegnete, davon ein Stück abgegeben hätte. Nein nicht zwingend Zufriedenheit auf ewig, sondern nur ein Lächeln, der den Alltag dem wir uns tagtäglich ergeben müssen, um zu erleben, erträglicher zu machen. Ein Lächeln, dass die kindlichen Sorgen stumm schaltet, uns klar macht, dass diese Gebäude gar nicht so riesig sind wie sie scheinen und wir sie brauchen, damit wir uns daran erinnern wie viele Momente verborgen hinter ihnen schlummern. Gute, schlechte, prägende, unnötige, und eben auch jene, die wir noch Tage, Wochen, Monate danach in unserem Herzen tragen. Momente die mit uns altern und nur durch uns nicht in Vergessenheit geraten. Wieso Episoden unseres Lebens verleugnen oder verdrängen? Ich sehe mich selber als eine Art Buch, welches tagtäglich eine Episode auf einer neuen ungeschriebenen Seite hinzufügt. Ich werde mich niemals an diesem Buch vergehen und eine Seite rausreissen, denn das würde bedeuten einen Teil aus mir rauszureissen. Aber ich bin so wie ich bin aufgrund dieser Seiten. Gestern durfte ich eine schöne Seite hinzufügen, und das Kind in mir hat sich lauthals darüber gefreut und der Mensch der ich heute bin, darf von diesen Früchten der Freude kosten. Ich danke dir.
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